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Stelis breviuscula

(Nylander 1848)

Gewöhnliche Düsterbiene

male Stelis breviuscula - Männchen.
4–6 mm. Endränder der Tergite mit lockeren Haarfransen. Die Männchen sind meist sehr klein. Sie ähneln den Männchen von Osmia truncorum. Dieses Tier ist etwas »verstaubt« durch das oftmalige Hineinkriechen in die Nester des Wirtes, aus denen vielleicht bald ein Weibchen schlüpft.

male Stelis breviuscula - Weibchen.
5–6 mm. Die Tergite sind am Ende dicht, gleichmäßig, schmal bindenartig anliegend gefranst. Abgesehen davon, daß den Weibchen die Bauchbürste fehlt, da sie ja keinen Pollen sammeln, unterscheiden sie sich von Osmia truncorum auch durch die andersartige Behaarung der Endränder der Tergite.

  • s-01
    male Stelis breviuscula - Männchen
  • s-02
    male Stelis breviuscula - Weibchen

Eine recht unscheinbare Art, die sehr leicht zu übersehen ist. Die Männchen sind sehr kurzlebig. Die Weibchen sind an den Nestern ihrer Wirte am ehesten dadurch zu entdecken, daß sie sich anders als ihre Wirte verhalten, weil sie immer wieder deren Nester auf die Möglichkeit einer Eiablage hin kontrollieren.

Verbreitung

Fast ganz Europa, nordwärts bis 63 °n.Br. – In Deutschland in allen Bundesländern nachgewiesen; von der Ebene bis in die höheren Lagen der Mittelgebirge (ca. 800 m). Auch in Österreich und der Schweiz weit verbreitet.

Wirte

Heriades truncorum ist durch zahlreiche Zuchten als Hauptwirt bestätigt. In der Oberrheinebene beobachtete ich die Art aber auch zusammen mit Heriades crenulatus an einer Stelle, an der Heriades truncorum nicht festzustellen war.

Stelis breviuscula Kokon

Kokon von Stelis breviuscula in einer Brutzelle von Heriades truncorum. Beachte das charakteristische Zäpfchen!

Blütenbesuch

Als (austauschbare) Nektarquellen dienen verschiedenste Pflanzenarten, bevorzugt werden aber Asteraceae (Korbblütler), die Pollenquellen der Wirte: Weiden-Alant (Inula salicina), Wiesen-Schafgarbe (Achillea millefolium), Rainfarn (Tanacetum vulgare), Geruchlose Kamille (Tripleurospermum inodorum), Jakobs-Greiskraut (Senecio jacobaea), Gewöhnliche Kratzdistel (Cirsium vulgare), Acker-Gänsedistel (Sonchus arvensis), Gewöhnliches Bitterkraut (Picris hieracioides), Kleines Habichtskraut (Hieracium pilosella), Berg-Sandrapunzel (Jasione montana), Brombeere (Rubus fruticosus), Wiesen-Knautie (Knautia arvensis), Scharfer Mauerpfeffer (Sedum acre).

Stelis breviuscula

Ein Weibchen trinkt Nektar im Blütenstand des Zwerg-Alants (Inula ensifolia).

Phänologie

Univoltin. Flugzeit von Juni bis August. Überwinterung als Ruhelarve im Kokon.

Gefährdung und Schutz

Die Art ist regelmäßig (auch im Siedlungsbereich) an den Nistplätzen von Heriades truncorum zu beobachten, wird aber wegen ihrer geringen Größe und Ähnlichkeit mit dem Wirt leicht übersehen (bei den Weibchen auf das Fehlen der Bauchbürste achten!). Derzeit ist keine Gefährdung zu erkennen.

Stelis breviuscula Weibchen

Ein Weibchen ruht neben den Nestern des Wirtes.

Stelis breviuscula Weibchen

Ein Weibchen hat gerade ein Wirtsnest inspiziert.