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Verbesserung des Nahrungsangebots -8-
Heil- und Gewürzkräuter, Gemüse

Die meisten Heil- und Gewürzkräuter gehören zu den Familien der Lippenblütler (Lamiaceae) und Doldenblütler (Apiaceae). Beide Pflanzenfamilien weisen im blühenden Zustand viele für Wildbienen attraktive Nektar- und/oder Pollenquellen auf. Beispiele sind: Garten-Salbei (Salvia officinalis), Sommer-Bohnenkraut (Satureja hortensis), Berg-Bohnenkraut (Satureja montana), Majoran (Origanum majorana), Lavendel (Lavandula angustifolia), Thymian (Thymus), Muskateller-Salbei (Salvia sclarea), Ysop (Hyssopus officinalis), Fenchel (Foeniculum vulgare), Koriander (Coriandrum sativum). Ausdauernde Arten können sehr gut auch im Staudenbeet oder im Steingarten Verwendung finden. Selbst auf dem Balkon kann man einige von ihnen kultivieren. Wollbienen (Anthidium), Schmalbienen (Lasioglossum), Wespenbienen (Nomada) und Hummeln (Bombus) werden vor allem durch den attraktiven Nektar, teils auch durch den Pollen angelockt. Ähnliches gilt für Gemüsepflanzen, insbesondere für die verschiedenen Kohlsorten (Brassica oleracea) und andere Kreuzblütler sowie Zwiebeln und Lauch (Allium). Voraussetzung: Wir müssen sie blühen lassen.

Salvia officinalis

Gewürz-Salbei (Salvia officinalis) wird vor allem von Hummeln gern besucht, aber auch von Holzbienen (Xylocopa violacea) und der Garten-Wollbiene (Anthidium manicatum) genutzt.

Lavendelpflanzung

Reich blühende Pflanzung des Lavendels (Lavandula) vor einem Haus.

Anthophora pubescens

Zwar gilt der Blütenbesuch von Wildbienen am Lavendel meistens dem Nektar. Hier aber sammelt ein Weibchen der Schuppen-Pelzbiene (Anthophora pubescens) den orangeroten Pollen.

Boretsch

Der Boretsch (Borago officinalis) ist v. a. bei bestimmten Hummel-Arten (Bombus) sehr beliebt.

Bombus sylvarum

Eine Arbeiterin der Bunthummel (Bombus sylvarum) beim Blütenbesuch am Boretsch.

Brassica oleracea

Für die Kreuzblütler-Pollenspezialisten kann man auch auf andere, aber ebenfalls einfache Weise ein reiches Angebot schaffen: Man erntet den Grün- oder Rosenkohl (Brassica oleracea cult.) während des Winters nicht, sondern läßt ihn blühen. Im Frühling bildet sich wie hier beim Grün-Kohl ein reicher Flor an senfgelben Blüten, von denen zahlreiche Besucher angelockt werden.

Anthophora plumipes

Anstatt die »Rosen« des winterharten Rosen-Kohls (Brassica oleracea cult.) zu ernten, lassen wir einfach ein Exemplar im Frühling zur Blüte kommen. Das Bild zeigt ein Weibchen der Frühlings-Pelzbiene (Anthophora plumipes) beim Blütenbesuch am Rosen-Kohl. Auch die Schöterich-Mauerbiene (Osmia brevicornis) und Hummel-Königinnen werden das schwefelgelbe Blütenmeer dieser Kohlsorten reichlich nutzen.

Allium porrum
Allium porrum

Selbst im Gemüsegarten können wir das Nahrungsangebot für Wildbienen bereichern, in dem wir Küchenlauch (Allium porrum) für die Lauch-Maskenbiene (Hylaeus punctulatissimus) blühen lassen. Ich besorge mir im Gemüsemarkt oder direkt beim Gärtner (Hofladen) Ende März / Anfang April Lauchstangen, bei denen die Wurzeln noch dran sind. Diese werden dann im Garten so gepflanzt, daß der weiße Schaft ganz in der Erde eingegraben ist. Im Hochsommer entwickeln sich daraus prächtige Blütenkugeln mit einer hohen Attraktivität für verschiedene Maskenbienen (Hylaeus) und Tagfalter.


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