Nach oben
logo

Hylaeus communis

Nylander 1852

Gewöhnliche Maskenbiene

  • Hylaeus communis
  • Hylaeus communis

male 4–6 mm. Gesicht gelb gezeichnet, meist mit schwarzen Linien entlang des Clypeus und des Stirnschildchens.
male 6–7 mm. Gesicht lang, trapezförmig, mit größeren gelben Flecken, die manchmal fehlen. Clypeus selten gelb gefleckt. Tergit 1 ohne Seitenfransen. [Großansichten: auf Bild klicken]

Hylaeus communis

Hylaeus communis - Männchen in Frontalansicht

Hylaeus communis

Hylaeus communis - Weibchen in Frontalansicht

Verbreitung

Nordafrika; von Portugal über Süd- und Mitteleuropa bis Zentralasien. In Deutschland in allen Regionen, von der Ebene bis in die höheren Lagen der Mittelgebirge und in den Alpen. Sehr häufig und häufigste Art der Gattung.

Lebensraum

Als ausgesprochener Ubiquist kommt die Art in verschiedensten Lebensräumen vor, z. B. an Waldrändern, auf Waldlichtungen und Kahlschlägen, in Feldhecken, in Brombeergebüschen, in Sand-, Kies- und Lehmgruben, an Bahndämmen, regelmäßig auch im Siedlungsbereich in Gärten, Parks und auf Ruderalflächen (synanthrope Art).

Nistweise

Nistet in vorhandenen Hohlräumen (Insektenfraßgänge in altem Holz, verlassene Grabwespen-Nester, Mörtelfugen, Risse im Verputz von Hauswänden, Hohlräume in alten Fensterrahmen); in markhaltigen Stengeln, Ranken und Zweigen, z. B. Brombeere (Rubus), Holunder (Sambucus), Heckenrosen (Rosa); in verlassenen Eichengallen von Andricus kollari; in alten Schilfgallen von Lipara lucens, auch in Nisthilfen (Bohrungen in Holz, Durchmesser 2–4 mm. bevorzugt 3 mm; Schilfhalme). (Brechtel 1986, Danks 1971a, Diakonoff 1937, Giraud 1866, Gathmann et al. 1994, Haeseler 1972, Janvier 2012, Malyshev 1968, Müller 1944, Westrich 1979, 1980, 1989.) (Literaturzitate in Westrich 2019).

Hylaeus communis

Mit einem Sekret von Kopfdrüsen wurde die in Schilfhalmen angelegten Nest von Hylaeus communis verschlossen.

Hylaeus communis

  • Hylaeus communis Nest
    Ein Nest von Hylaeus communis in einem Beobachtungskasten. Vor den drei Brutzellen, in denen bereits Eier auf den zähflüssigen Futterbrei abgelegt wurden, arbeitet das Weibchen an dem Verschließen des Nestes mit Drüsensekreten.
  • Hylaeus communis Nest
    Die Larven haben ihr Futter verzehrt und überwintern im Stadium der Ruhelarve.
  • hylaeus_communis_20_0308_1100
    Im Frühling verpuppen sich die Larven und entwickeln sich weiter zur Imago.
Hylaeus communis Nest

Ein Nest von Hylaeus communis in einem Beobachtungskasten. Vor den sieben Brutzellen, in denen bereits Eier auf den zähflüssigen Futterbrei abgelegt wurden, arbeitet das Weibchen an dem Verschließen des Nestes mit Drüsensekreten. (Foto: 17. Mai 2020).

hylaeus_communis_4994_1100

Die Larven haben ihr Futter verzehrt und entwickeln sich im Falle der 1. Generation über das Puppenstadium zur Imago, im Falle der 2. Generation erfolgt die Überwinterung im Stadium der Ruhelarve.

hylaeus_communis_20_0308_1100

Im Frühling verpuppen sich die Larven und entwickeln sich weiter zur Imago

Blütenbesuch

Ausgesprochen polylektische Art, deren Weibchen u. a. an folgenden Pflanzenarten beobachtet wurden:

  • Amaryllidaceae
  • Schnittlauch (Allium schoenoprasum)
  • Kugel-Lauch (Allium sphaerocephalon)
  • Berg-Lauch (Allium lusitanicum)
  • Küchenlauch (Allium porrum)
  • Küchenzwiebel (Allium cepa)
  • Apiaceae
  • Wilde Möhre (Daucus carota)
  • Giersch (Aegopodium podagraria)
  • Asteraceae
  • Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense)
  • Gewöhnliche Kratzdistel (Cirsium vulgare)
  • Wiesen-Schafgarbe (Achillea millefolium)
  • Rainfarn (Tanacetum vulgare)
  • Kanadische Goldrute (Solidago canadensis)
  • Herbst-Löwenzahn (Leontodon autumnalis)
  • Boraginaceae Gewöhnlicher Natterkopf (Echium vulgare)
  • Brassicaceae: Acker-Senf (Sinapis arvensis)
  • Campanulaceae:
  • Rundblättrige Glockenblume (Campanula rotundifolia
  • Acker-Glockenblume (Campanula rapunculoides)
  • Crassulaceae
  • Felsen-Fetthenne (Sedum rupestre)
  • Hydrophyllaceae
  • Büschelschön (Phacelia tanacetifolia)
  • Lamiaceae
  • Schmalblättriger Hohlzahn (Galeopsis angustifolia)
  • Lythraceae
  • Blutweiderich (Lythrum salicaria)
  • Resedaceaee
  • Wilde Resede (Reseda lutea)
  • Färber-Resede (Reseda luteola)

Auch die Männchen besuchen vielerlei Blüten. Teppner et al. (2016) erwähnen den Pollendiebstahl in einer Blüte einer Rose (Rosa), wobei das Weibchen den Pollen direkt von den Staubbeuteln durch Vibrationssammeln erntete.

  • Hylaeus comunis
  • Hylaeus communis
  • Hylaeus comunis
    Ein Weibchen beim Blütenbesuch an Spätem Zahntrost (Odontites vulgaris).
  • Hylaeus communis
    Ein Weibchen bei der Pollenernte an Büschelschön (Phacelia tanacetifolia).

Weibchen beim Blütenbesuch am Späten Zahntrost (Odontites vulgaris) und Büschelschön (Phacelia tanacetifolia). [Großansichten: auf Bild klicken]

  • hylaeus_communis_14A_2448_1100
  • hylaeus_communis_20_1813_1100

Weibchen bei der Pollenernte an Kugel-Lauch (Allium sphaerocephalon) und Berg-Lauch (Allium lusitanicum). [Großansichten: auf Bild klicken]

Phänologie

Zumindest partiell bivoltin. Flugzeit von Mitte oder Ende Mai bis September. Eine partielle 2. Generation von Juli bis September.

Gefährdung und Schutz

Die Art ist nach wie vor häufig und ungefährdet.

Als synanthrop bezeichnet man Tier- und Pflanzenarten, die an den menschlichen Siedlungsbereich angepaßt sind, sich dort erfolgreich vermehren und nicht auf Ergänzung ihrer Population von außerhalb angewiesen sind.