Männchen: 8–11 mm. Dem Weibchen ähnlich. Alle Binden durchgehend. Tergit 1 locker behaart. Sternit 6 seitlich vor dem Endrand mit zwei länglichen Gruben. Sternit 7 mitten nach unten mit einem Kiel. (Die beiden letzten Merkmale nur unter dem Mikroskop.). Weibchen: 10–12 mm. Behaarung auf dem Thoraxrücken rotbraun, sonst gelblich, auf den Tergiten 2–6 kurz schwarz. Tergite glänzend mit schmalen Endbinden, die erste breit unterbrochen. Tergit 1 an der Basis und seitlich der Scheibe lang behaart. Tergit 2 mit Basalbinde. – Beide Geschlechter ähneln C. halophilus und C. hederae, sind aber durchschnittlich kleiner und haben schmälere Tergitbinden. Trotz der Ähnlichkeit mit nahverwandten Colletes-Arten erleichtert die Beachtung des speziellen Blütenbesuchs an Heidekrautgewächsen die Bestimmung.
Heidekraut-Seidenbiene
In allen Regionen, aber mit abnehmender Bestandsdichte vom Norddeutschen Tiefland, hier zerstreut bis verbreitet, bis ins Alpenvorland, hier nur sehr vereinzelt.
Siedlungsschwerpunkt in solchen Sandgebieten, in denen das Heidekraut ausgedehnte Bestände bildet: v. a. Sandheiden, Dünenreste und Flugsandfelder sowie alte Sandgruben, vereinzelt auch lichte Wälder und Waldränder sowie Zwergstrauchheiden auf entkalktem Untergrund in den Mittelgebirgen; aber auch in abgetorften Mooren des Alpenvorlandes. Außer in Flugsanden nistet die Art auch in Sanden aus Gesteinsverwitterung (z. B. Buntsandstein), in Molassesanden, in sandigem Löss und in trockenem Torf. Als Nistplätze dienen in erster Linie vegetationsarme, ebene oder schwach geneigte Flächen.
Colletes succinctus besiedelt vorwiegend Sandheiden wie hier im Oberrheinischen Tiefland in einem Flugsandgebiet bei Heidelberg mit einem großen Bestand des Heidekrauts (Calluna vulgaris). [Für Großansicht auf Bild klicken]
Auch in abgetorften Mooren im Alpenvorland wie hier im Naturschutzgebiet »Wurzacher Moor«, in dem das Heidekraut (Calluna vulgaris) als Pollenquelle häufig ist, kommt Colletes succinctus vor. Die Nester werden hier u. a. an offenen Stellen am rechten Rand des Pfades im trockenen Torf angelegt. [Für Großansicht auf Bild klicken]
Nistet in selbstgegrabenen Hohlräumen in der Erde. Nach Mayet (1875) liegen die 2–4 Brutzellen 25–30 cm tief.
Ein Weibchen von Colletes succinctus vor seinem Nest im trockenen Torf des Wurzacher Rieds.
Ein Weibchen von Colletes succinctus vor seinem Nest im trockenen Torf des Wurzacher Rieds.
Polylektische Art, mit deutlicher Bevorzugung von Ericaceae (Heidekrautgewächse). Hauptpollenquelle ist das Heidekraut (Calluna vulgaris), daneben wird aber auch die Graue Glockenheide (Erica cinerea) besucht. – Die Weibchen sind offenbar in der Lage, auch andere Pollenquellen zu nutzen (Müller & Kuhlmann 2008). In Pollenladungen in Anteilen unter 5% nachgewiesen wurden Asteraceae (Asteroideae, Cichorioideae), Apiaceae und Efeu (Hedera). In England sammeln die Weibchen lokal ausschließlich an Asteraceae und mehrere Weibchen wurden beim Blütenbesuch an Hedera beobachtet (Kuhlmann et al. 2007). Das Pollensammeln beginnt ab einer Lufttemperatur von 15 °C um ca. 10 Uhr und erreicht seine höchste Aktivität in den Nachmittagsstunden. Eine Pollenladung hat ein Gewicht von ca. 5,9 mg (Kribbe 1996).
Typischer Brutparasit ist die Filzbiene Epeolus cruciger.
Univoltin. Flugzeit von Anfang August bis Mitte September. Überwinterung als Ruhelarve.
Kribbe, W. (1996): Das Pollensammelverhalten von Wild- und Honigbienen in Calluna-Heiden. – In: Hedtke, C. (Hrsg.), Beitr. 2.
Wildbienentagung. Schriftenreihe Länderinstitut f. Bienenkunde Hohen Neuendorf
3: 138–141.
Kuhlmann, M., Else, J. R., Dawson, A. & Quicke
D. L. J. (2007): Molecular, biogeographical
and phenological evidence for the exis
tence of three western European sibling
species in the Colletes succinctus group
(Hymenoptera: Apidae). – Organisms, Diversity & Evolution 7: 155–165.
Mayet, V. (1875): Mémoire sur les moeurs
et les métamorphoses d’une nouvelle espèce de Coleoptère de la famille des Vésicants, le Sitaris colletis. – Ann. Soc. ent.
France 5: 65–92.
Müller, A. & Kuhlmann, M. (2008): Pollen
hosts of western palaearctic bees of the
genus Colletes (Hymenoptera: Colletidae):
The Asteraceae paradox. – Biol. J. Linnean
Soc. 95: 719–733.
Westrich, P. (2019): Die Wildbienen Deutschlands.– 2., aktualisierte Auflage, 824 S., 1700 Farbfotos. Stuttgart (E. Ulmer).