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Colletes succinctus

(Linnaeus 1758)

male  Colletes succinctus, Männchen.

male Colletes succinctus, Weibchen.

Kennzeichen

Männchen: 8–11 mm. Dem Weibchen ähnlich. Alle Binden durchgehend. Tergit 1 locker behaart. Sternit 6 seitlich vor dem Endrand mit zwei länglichen Gruben. Sternit 7 mitten nach unten mit einem Kiel. (Die beiden letzten Merkmale nur unter dem Mikroskop.). Weibchen: 10–12 mm. Behaarung auf dem Thoraxrücken rotbraun, sonst gelblich, auf den Tergiten 2–6 kurz schwarz. Tergite glänzend mit schmalen Endbinden, die erste breit unterbrochen. Tergit 1 an der Basis und seitlich der Scheibe lang behaart. Tergit 2 mit Basalbinde. – Beide Geschlechter ähneln C. halophilus und C. hederae, sind aber durchschnittlich kleiner und haben schmälere Tergitbinden. Trotz der Ähnlichkeit mit nahverwandten Colletes-Arten erleichtert die Beachtung des speziellen Blütenbesuchs an Heidekrautgewächsen die Bestimmung.

Trivialname

Heidekraut-Seidenbiene

Verbreitung

In allen Regionen, aber mit abnehmender Bestandsdichte vom Norddeutschen Tiefland, hier zerstreut bis verbreitet, bis ins Alpenvorland, hier nur sehr vereinzelt.

Lebensraum

Siedlungsschwerpunkt in solchen Sandgebieten, in denen das Heidekraut ausgedehnte Bestände bildet: v. a. Sandheiden, Dünenreste und Flugsandfelder sowie alte Sandgruben, vereinzelt auch lichte Wälder und Waldränder sowie Zwergstrauchheiden auf entkalktem Untergrund in den Mittelgebirgen; aber auch in abgetorften Mooren des Alpenvorlandes. Außer in Flugsanden nistet die Art auch in Sanden aus Gesteinsverwitterung (z. B. Buntsandstein), in Molassesanden, in sandigem Löss und in trockenem Torf. Als Nistplätze dienen in erster Linie vegetationsarme, ebene oder schwach geneigte Flächen.

Nistplatz

Colletes succinctus besiedelt vorwiegend Sandheiden wie hier im Oberrheinischen Tiefland in einem Flugsandgebiet bei Heidelberg mit einem großen Bestand des Heidekrauts (Calluna vulgaris). [Für Großansicht auf Bild klicken]

Nistplatz

Auch in abgetorften Mooren im Alpenvorland wie hier im Naturschutzgebiet »Wurzacher Moor«, in dem das Heidekraut (Calluna vulgaris) als Pollenquelle häufig ist, kommt Colletes succinctus vor. Die Nester werden hier u. a. an offenen Stellen am rechten Rand des Pfades im trockenen Torf angelegt. [Für Großansicht auf Bild klicken]

  • Wiese
    Colletes succinctus besiedelt vorwiegend Sandheiden wie hier wie hier im Oberrheinischen Tiefland in einem Flugsandgebiet bei Heidelberg mit einem großen Bestand des Heidekrauts (Calluna vulgaris).
  • Wiese
    Auch in abgetorften Mooren im Alpenvorland wie hier im Naturschutzgebiet »Wurzacher Moor«, in dem das Heidekraut (Calluna vulgaris) als Pollenquelle häufig ist, kommt Colletes succinctus vor. Die Nester werden hier u. a. an offenen Stellen am rechten Rand des Pfades im trockenen Torf angelegt.

Nistweise

Nistet in selbstgegrabenen Hohlräumen in der Erde. Nach Mayet (1875) liegen die 2–4 Brutzellen 25–30 cm tief.

Asparagus officinalis

Ein Weibchen von Colletes succinctus vor seinem Nest im trockenen Torf des Wurzacher Rieds.

Crioceris

Ein Weibchen von Colletes succinctus vor seinem Nest im trockenen Torf des Wurzacher Rieds.

Blütenbesuch

Polylektische Art, mit deutlicher Bevorzugung von Ericaceae (Heidekrautgewächse). Hauptpollenquelle ist das Heidekraut (Calluna vulgaris), daneben wird aber auch die Graue Glockenheide (Erica cinerea) besucht. – Die Weibchen sind offenbar in der Lage, auch andere Pollenquellen zu nutzen (Müller & Kuhlmann 2008). In Pollenladungen in Anteilen unter 5% nachgewiesen wurden Asteraceae (Asteroideae, Cichorioideae), Apiaceae und Efeu (Hedera). In England sammeln die Weibchen lokal ausschließlich an Asteraceae und mehrere Weibchen wurden beim Blütenbesuch an Hedera beobachtet (Kuhlmann et al. 2007). Das Pollensammeln beginnt ab einer Lufttemperatur von 15 °C um ca. 10 Uhr und erreicht seine höchste Aktivität in den Nachmittagsstunden. Eine Pollenladung hat ein Gewicht von ca. 5,9 mg (Kribbe 1996).

Colletes succinctus. Ein Weibchen bei der Pollenernte in typischer Haltung an Heidekraut (Calluna vulgaris).

Ein Weibchen von Colletes succinctus hat gerade mit der Pollenernte an Heidekraut (Calluna vulgaris) begonnen.

  • Colletes succinctus
    Colletes succinctus. Ein Weibchen bei der Pollenernte in typischer Haltung an Heidekraut (Calluna vulgaris).
  • Colletes succinctus
    >Ein Weibchen von Colletes succinctus hat gerade mit der Pollenernte an Heidekraut (Calluna vulgaris) begonnen.

Kuckucksbienen

Typischer Brutparasit ist die Filzbiene Epeolus cruciger.

Phänologie

Univoltin. Flugzeit von Anfang August bis Mitte September. Überwinterung als Ruhelarve.

Literatur

Kribbe, W. (1996): Das Pollensammelverhalten von Wild- und Honigbienen in Calluna-Heiden. – In: Hedtke, C. (Hrsg.), Beitr. 2. Wildbienentagung. Schriftenreihe Länderinstitut f. Bienenkunde Hohen Neuendorf 3: 138–141.
Kuhlmann, M., Else, J. R., Dawson, A. & Quicke D. L. J. (2007): Molecular, biogeographical and phenological evidence for the exis tence of three western European sibling species in the Colletes succinctus group (Hymenoptera: Apidae). – Organisms, Diversity & Evolution 7: 155–165.
Mayet, V.
(1875): Mémoire sur les moeurs et les métamorphoses d’une nouvelle espèce de Coleoptère de la famille des Vésicants, le Sitaris colletis. – Ann. Soc. ent. France 5: 65–92.
Müller, A. & Kuhlmann, M. (2008): Pollen hosts of western palaearctic bees of the genus Colletes (Hymenoptera: Colletidae): The Asteraceae paradox. – Biol. J. Linnean Soc. 95: 719–733.
Westrich, P. (2019): Die Wildbienen Deutschlands.– 2., aktualisierte Auflage, 824 S., 1700 Farbfotos. Stuttgart (E. Ulmer).

Epeolus cruciger